Hesselteicher unterstützen Projekt in Indien mit Spendenaktion
Bereits seit mehreren Monaten weist das Spendenkonto der Spvg. Hesselteich einen Betrag in Höhe von 1.100 € auf. Trotz vieler Bemühungen war es bisher nicht möglich die Spenden für ein geeignetes Projekt einzusetzen. Durch einen Artikel in der örtlichen Tageszeitung "Westfalen-Blatt" wurden wir auf eine Hilfsaktion in West-Indien aufmerksam. Betreut wird diese Aktion von Bäckermeister Michael Wilhalm aus Harsewinkel, der durch aktive Eigeninitiative schon einige Projekte erfolgreich in diesem Gebiet durchgeführt hat und somit über reichlich Erfahrungen im Einsatz von Spendengeldern besitzt.
Bei einem Gespräch am Donnerstag, 03.11.2005 stellte Michael Wilhalm seine Tätigkeit in West-Indien Jugendwartin Martina Höppner vor.
Hintergrundinformationen über Tsunamiprojekte in West-Indien:
Kurzinfo zu Michael Wilhalm aus Harsewinkel:
1996: Ein erster Kontakt zu Indien entstand aufgrund einer Stellenausschreibung der Kirche.
1997: Bei einem Projekt "Backen für arme Menschen" über 3 Monate in Südindien entstand der Kontakt zum Ehepaar Brunner aus München. Zusammen mit dem Ehepaar Brunner, das jetzt in Indien lebt, unterstützte Michael Wilhalm mit Spendengeldern das Ranni Giri Hospital. Dabei wurden keine Gelder weitergeleitet, sondern verschiedene Projekte, wie z. B. die Anschaffung von Medikamenten, Roll- und Gebärstühle, durchgeführt.
1998-2004: Michael Wilhalm war von Indien so sehr fasziniert, dass er jährliche Reisen auf eigene Kosten nach Südindien unternahm und weitere Projekte, z.B. Finanzierung eines Krankenwagens, durchführte und finanziell unterstützte.
2004: Durch die Mithilfe von Bekannten entdeckte er das Dorf St. Mary in der Nähe von Allepy. Da es sich um ein Dorf an der Westküste von Indien handelt, wurde es nach der Tsunami-Kastrophe von den Hilfsorganisationen und der Regierung leider vergessen. Die Flutwelle hat hier eine Mauer durchbrochen und für 2-3 Stunden die Häuser und Hütten bis fast unter das Dach unter Wasser gesetzt. Zwar wurden keine Gebäude von den Wassermassen niedergerissen, doch die Sonne und das Salz des Meerwassers zerstörten die Substanz der Häuser erheblich. Die Familien leben dort vom Fischfang, doch nachdem im Meer viele Flutopfer ertranken wollten die Menschen keinen Fisch mehr essen, so dass eine plötzliche Arbeitslosigkeit die Existenz der Menschen bedrohte. Dieses Dorf, in dem ca. 200 Familien leben, wird seitdem von Michael Wilhalm und vielen Helfern vor Ort, wie Mr. Alex, Mr. Tangachin und dem Ehepaar Brunner durch viele Projekte unterstützt und betreut. Eine Organisation, vergleichbar mit der hiesigen Landjugend, steht als Unterstützung ebenfalls zur Verfügung.
2005 wurden mit den Harsewinkler Spendengeldern 25 Wohnhäuser renoviert und 9 Wohnhäuser (ca. 1.500 €/Neubau) neu errichtet. Im September diesen Jahres reiste Michael Wilhalm außer der Reihe ein zweites Mal nach Indien, um an der Einweihung eines Hauses teilnehmen zu können.
Noch in diesem Jahr plant Michael Wilhalm den Start eines Schulprojektes für minderbemittelte Mädchen aus armen Familien, die durch eine Schulbildung eine Überlebenschance bekommen. Hintergrund: Töchter müssen, um später verheiratet werden zu können, mit einer großen Aussteuer versehen werden, was natürlich hohe Kosten für die Familien bedeutet. Die Ausbildung für einen Sohn ist deshalb selbstverständlich, nicht so für eine Tochter. Die meisten Familien können sich die Ausbildung ihrer Töchter nach der Grundschule (die kostenlos ist) nicht mehr leisten und behalten die Kinder danach zu Hause. Sie unterstützen, zusammen mit der Mutter das Familienoberhaupt bei seiner Arbeit (Monatseinkommen ca. 50 €).
Auch das Schulprojekt bindet sich mit den Spendengeldern an das Dorf St. Mary. Für ca. 50 € kann ein Mädchen in Indien für ein Jahr zur Schule gehen. Michael Wilhalm möchte sich mit den Spendengeldern an der Ausbildung der minderbemittelten Mädchen aus armen Familien mit der Hälfte des Jahresbeitrages beteiligen. Für diese 25 € werden die Mädchen z.B. mit der Schuluniform, Schultasche oder weitere Schulmaterialien ausgestattet. So wird den Familien die Verantwortung zur Ausbildung der Töchter nicht komplett abgenommen, aber eine enorme Unterstützung geboten.
Michael Wilhalm hat uns versichert, dass alle Spendengelder zu 100 % für die Projekte eingesetzt werden. Alle Kosten, wie Reisekosten, Unterkunft usw. die anfallen, wenn er vor Ort ist, werden von ihm privat getragen. Die Ausgaben für die bereits durchgeführten Projekte können jederzeit von ihm nachgewiesen und belegt werden. Er hat versichert, dass es jederzeit möglich sein wird Informationen über den Stand des Projektes zu bekommen.
Da für Jugendwartin Martina Höppner alle Voraussetzungen für den Einsatz der HSV-Spendengelder erfüllt sind, wird der Spendenbetrag der Spvg. Hesselteich in Kürze an Michael Wilhalm zur Unterstützung des Schulprojektes übergeben.